Die 7. NRW Nano-Konferenz
setzte neue Maßstäbe

Münster-Premiere: Etwa 700 Besucher auf wichtigster Nano-Veranstaltung Deutschlands

Deutschlands Nanotechnologieszene stand am 7. und 8. Dezember ganz im Zeichen der siebten NRW Nano-Konferenz. Sie wurde erstmals in Münster mit mehr als 700 Teilnehmern aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Politik ausgerichtet; sechs Mal hatte die Veranstaltung in Dortmund stattgefunden.

Das Fazit von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze betonte: „Es ist unser Anspruch, unsere führende Rolle in Europa auf diesem Forschungsgebiet auszubauen. Wir verfügen in NRW über exzellente Voraussetzungen, mittels Nanotechnologie einen wichtigen Beitrag für die Forschung und den Menschen zu leisten. Münster hat schon bei seiner Premiere gezeigt, dass es künftig im Wechsel mit Dortmund ein hervorragender Standort der Konferenz sein wird.“
Am Nanostandort Münster diskutierte das Fachpublikum aus den Fachbereichen Nanomaterialien,
Nanosicherheit, Nanoanalytik, Nanomedizin, Nanoelektronik, Nanoenergie und
organische Elektronik zwei Tage lang über Chancen, Risiken und Potenziale. „Mithilfe der Nanotechnologie erschließen wir nicht nur großes wirtschaftliches Potenzial. Schlüsseltechnologien wie die Nanotechnologie werden den Weg ebnen, um Antworten auf Herausforderungen wie den Klimawandel und die Energiewende, ressourcenschonendes Wirtschaften und Gesundheit sowie den demografischen Wandel zu finden“, so Schulze abschließend.
Eröffnet worden war die NRW Nano-Konferenz im Messe- und Congress Centrum Halle Münsterland mit Grußworten von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. Den Einführungsvortrag sprach Hélène Chraye, Abteilungsleiterin für innovative Materialien und Nanotechnologien von der Europäischen Kommission, Brüssel. Als Ausrichter der Konferenz fungierten das Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Cluster NanoMikroWerkstoffe-Photonik.NRW und der Wirtschaftsförderung Münster GmbH.
Die Nanotechnologie ist für Münster von großer strategischer Bedeutung. Aus diesem Grund brachte sich die „Allianz für Wissenschaft Münster“, das Bündnis führender Köpfe der Stadt, Universität und Fachhochschule, bei der Konferenz als Gold-Sponsor finanziell ein. Darüber hinaus waren mehrere Partner aus der münsterischen Nano-Szene als Silber-Sponsoren beteiligt. Hierzu zählen das Center for Nanotechnology (CeNTech), der Verein bioanalytik-muenster, die Wessling GmbH, ION-TOF GmbH, Technologieförderung Münster GmbH und das Nano-Bioanalytik Zentrum Münster (NBZ). Das Batterieforschungszentrum der Universität Münster, MEET, und das Helmholtz-Institut Münster Ionics in Energy Storage treten als Bronze-Sponsoren auf.

Hochkarätige Keynote-Speaker und lokale Expertise

Das zweitägige Programm war gespickt mit international renommierten Keynote-Speakern und Fachsessions. Keynote-Speaker waren Prof. Dr. Stuart Parkin, Alexander von Humboldt-Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik, Prof. Dr. Michael Heuken, außerplanmäßiger Professor an der RWTH Aachen im Bereich Halbleitertechnologie und Verantwortlicher für die Innovation neuer Prozesse, Materialien und Produktionsverfahren beim Maschinenbauunternehmen AIXTRON SE, Prof. Dr. Samuel I. Stupp, Professor für Materialwissenschaften, Chemie und Medizin an der Northwestern University in Chicago, Illinois, USA. Als vierter Speaker war Mostafa Analoui gewonnen worden. Er leitet die Abteilung Healthcare und Life Sciences bei der Livingston Group (New York), lehrt in USA, Europa und Asien und berät Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen, u.a. NASA und OECD. Zuvor hatte er die Position des Senior Director bei Pfizer Global Research and Development inne.

Wissenschaftlicher CeNTech-Direktor präsentiert Nanotech-Standort Münster

Als geladener Redner gab der wissenschaftliche CeNTech-Direktor Prof. Dr. Harald Fuchs einen Überblick über das Potential der Nanotechnologie für den Gesundheitssektor. Darüber hinaus hatte der Konferenz-Beirat in seiner Jury-Sitzung eine Vielzahl von Wissenschaftlern aus Münster als Referenten für das Programm ausgewählt. Zum Beispiel trugen in der Gesundheitssession Prof. Dr. Uwe Karst, Kongresspreisträger der Stadt Münster 2016, Dr. Kristina Riehemann, Dr. Nermin Seda Kehr, Dr. Christoph Riethmüller (Serend-ip GmbH) und Prof. Dr. Martin Wieman (IBE R&D gGmbH) vor. Prof. Dr. Wolfram Pernice und Prof. Dr. Rudolf Bratschitsch präsentierten in der Fachsession Elektronik ihre aktuellen Forschungsergebnisse.

Begleit- und Posterausstellung sowie Business-Pitches

Auch die 7. NRW Nano-Konferenz diente als hervorragende Plattform für den Austausch und Transparenz zwischen den Disziplinen. Es zeigte sich, dass die Nanotechnologie schon lange den Weg von der Wissenschaft in die Anwendung gefunden hat. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisteten auch die Begleit- und Posterausstellung sowie Business Pitches zu neuesten Technologieentwicklungen und Produkten. In der Ausstellung mit insgesamt 49 Ständen stellten neben den münsterischen Sponsoren auch die nanoAnalytics GmbH, Monasterium Laboratory und Nikon GmbH ihre aktuellen Produkte vor.
Im „Nano4School“-Bereich gab das MExLab Physik der Uni Münster mehr als 80 Oberstufenschülern einen Einstieg in die Nanoanalytik am Beispiel der Rastersondenmikroskopie mittels eines funktionsfähigen Lego Mindstorm-Setups.
Am Tag nach der Konferenz gewährten Sponsoren und Aussteller den Gästen Einblicke und präsentierten ihre Produkte bei Unternehmensbesichtigungen im alltäglichen Gebrauch. Gefragt war zum Beispiel die in Münster ansässige Firma nanoAnalytics GmbH, wo Hitachi High-Technologies Co. Elektronenmikroskopen vorstellte.
Die NRW Nano-Konferenz hatte zuletzt sechs Mal in Folge in Dortmund stattgefunden. Der Veranstaltungsort wechselt nun alle zwei Jahre zwischen Münster und Dortmund.