Der Innovationsführer bei Hörgeräten setzt auf das Thema Konnektivität

Business Breakfast bei GN Hearing

In Deutschland leben laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 13 Millionen Menschen mit relevantem Hörverlust. „Und der Trend ist deutlich steigend“, klärte GN Hearing-Geschäftsführer Joachim Gast beim Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH mit 120 Unternehmern auf. „Das liegt an demographischen Faktoren. Aber auch an einem zunehmend fordernden Hörumfeld, dem wir täglich ausgesetzt sind.“ Deshalb entwickle sein Unternehmen Produkte kontinuierlich weiter, die an den individuellen Bedürfnissen und situativen Bedingungen der Kunden ausgerichtet sind.

Die Grundlage des Erfolgs bildet die Konnektivität des Hörgeräts mit einem Smartphone. Die Vorstellung des ReSound LiNX, des weltweit ersten Made for iPhone-Hörgeräts im Jahr 2014 sorgte für eine hohe mediale Aufmerksamkeit und positive Kunden-rückmeldungen. „Das Unternehmen GN hat das Potenzial innovativer Hörlösungen im Zuge zunehmender Vernetzung frühzeitig erkannt hat“, lobte WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers die Kombination aus Entwicklung, Design und modernster Technologie. Nicht umsonst gehöre GN Hearing als Teil der dänischen Unternehmensgruppe GN Store Nord zu den weltweit führenden Herstellern von Hörgeräten.
GN verkaufe Hörgeräte und Headsets in über 90 Ländern und setze damit 1,16 Milliarden Euro um, sagte Gast. Inzwischen komme weltweit jedes sechste Hörgerät aus der Produktion von GN, wobei die weltweite Investitionsquote für Forschung und Entwicklung bei über zehn Prozent des Hörgeräte-Umsatzes liege. „In den letzten Jahrzehnten wurde vor allem in das Thema Audiologie und Bauformen investiert. In den letzten 10 Jahren hat GN zunehmend auch in die Erforschung und Entwicklung von Konnektivitäts¬lösungen investiert. Ein großer Anteil des Investitionsvolumens fließt in die Forschung und Weiterentwicklung dieser smarten Anwendungen“, sagte Gast.
Zusätzlich zu den automatischen Regelungen dieser modernen Geräte kann der Nutzer über eine App mittlerweile die Hörprogramme der Hörgeräte wechseln sowie Lautstärke oder Klangmuster für die jeweilige Umgebung optimieren. Auch die Hör-Einstellungen für häufig besuchte Orte sind speicherbar. Als einen weiteren Nutzen führte Gast das Sound-Streaming an: „Die gesamten akustischen Ausgaben von iPhone, iPad oder iPod touch können Sie direkt auf die Hörgeräte übertragen lassen.“ So zum Beispiel die Ansagen des Navigationsgeräts sowie Sprachnachrichten oder Musik bekommen sie direkt aufs Ohr. „Sie können zum Beispiel eine Übersetzungs-App nutzen, damit Ihnen die deutsche Übersetzung eines fremdsprachlichen Textes direkt auf die Hörgeräte übertragen wird.“
Zur Steigerung der Akzeptanz und des Know-hows bei Akustikern habe GN Hearing intensiv in Trainings-Ressourcen investiert – unter anderem mit dem am Standort Münster eigens eingerichteten Resound-Connectivity-Forum mit speziellen Schulungsangeboten für Hörakustiker, die diese Geräte anpassen. „Die konsequente Vermarktung unseres Innovationsvorsprungs hat innerhalb von drei Jahren zu einer erfreulichen Umsatzausweitung geführt“, betonte Gast die Notwendigkeit und den Mehrwert von nachhaltigen technologischen Anwendungen.
In dem Modellprojekt „Vernetztes Hören – vernetztes Münster“ arbeitet GN Hearing daran, dass dem Hörgerät in alltäglichen Situationen noch mehr Bedeutung beigemessen wird – sei es durch die Anbindung an den Fernseher oder die Hifi-Anlage. „Vorstellbar ist ebenso, dass das Sicherheitssystem Ihres Hauses sagt, dass die Rollladen noch nicht ganz unten sind.“
Auch auf dem Bahnsteig, im Flughafen, im Museum oder in Kinos könnten Durchsagen direkt empfangen werden, räumte Gast mit den negativen Assoziationen mit einem Hörgerät auf. „Wir übertragen damit die aktuelle und zukünftige Welt der smarten Konnektivität auf das inzwischen sehr moderne Medizinprodukt Hörgeräte und stimulieren ein steigendes technisches Interesse unserer Kunden.“