Für US-Maschinenbauer Nordson ist der Standort Münster strategisch wertvoll

Oberbürgermeister Lewe besucht Nordson BKG am Hessenweg

Granulatoren, Schmelzepumpen, Jet Cleaner: Bei einem Besuch der Nordson BKG GmbH ist Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe in eine hochspezialisierte Welt erklärungsbedürftiger Produkte für die Kunststoffindustrie eingetaucht. Das Maschinenbau-unternehmen mit der Zentrale am Hessenweg beschäftigt zirka 300 Mitarbeiter und sei gut aufgestellt, erklärte Geschäftsführer Ralf Simon gegenüber seinen Gästen. Markus Lewe und Dr. Thomas Robbers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH, zollten dem soliden Betrieb mit großem Wachstumspotenzial Respekt.

Münsters Stadtoberhaupt betonte, dass ihm die Nähe und Kontaktpflege zu münsterischen Unternehmen wichtig sei. „Wir unterstützen Sie, wo wir auch können“, bot Lewe die Hilfe der Stadt Münster an, „zum Beispiel bei Standortfragen und beim Zugang zu Netzwerken. Die Rahmenbedingungen sollen stimmen, damit sich Ihr Unternehmen am Wirtschaftsstandort Münster wohlfühlt.“ Ralf Simon nahm dieses Angebot dankend an, da sich regelmäßig auch Vertreter aus der amerikanischen Konzernzentrale in Münster einfinden. Sie wüssten die Unterstützung von städtischer Seite sehr zu schätzen.
Die Nordson BKG GmbH gehört seit zirka vier Jahren zu der Nordson Corporation mit Sitz in Westlake/Ohio. Mitte 2013 hatte der Global Player die Kreyenborg GmbH und BKG Bruckmann & Kreyenborg Granuliertechnik GmbH aus Münster übernommen. „Die Unter¬nehmen waren erfolgreich und tauchten daher auf dem Radar der Nordson Corporation auf, die in den Maschinenbau für die Kunststoffindustrie investieren wollte“, erinnert sich Simon. Die Kreyenborg GmbH fertigte Siebwechsler und Schmelzefilter für die Kunststoff- und Recyclingindustrie. Die BKG Bruckmann & Kreyenborg Granuliertechnik GmbH bot spezielle Verfahrenstechnik zur Produktion hochwertigen Kunststoffgranulats. „Diese Geschäftsfelder waren für Nordson äußerst interessant und wurden kontinuierlich erweitert.“
Die Neuausrichtung der münsterischen Betriebe mit dem in mehr als 30 Ländern operativ tätigen Konzern sei nach Aussage von Simon erforderlich gewesen, um das Unternehmen in global veränderten Märkten sichern zu können. „Als mittelständischer Produzent benötigten wir eine starke globale Präsenz, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Druck aus Asien und Nordamerika war und ist groß.“
Auf die Mitarbeitersituation und die Produktionsstandorte an der Coermühle und am Hessenweg hatte der damalige Eigentümerwechsel keine Auswirkungen. „Und sollte sich etwas ändern“, meint Simon, „dann nur zum Positiven für alle Beschäftigten und den Standort.“ Das 1954 in den USA gegründete und familiär geprägte Maschinenbauunternehmen Nordson beschäftige über 5000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von zirka 1,5 Milliarden US-Dollar. „Zur Sicherung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist der Ausbau des Standorts Münster von strategischer Bedeutung.“