Digitales Bauen verhindert Kostenfallen und Terminprobleme

Fokus Immobilien zu „Building Information Modeling“

Die Hamburger Elbphilharmonie ist deutlich teurer geworden als vorgesehen. Auch beim Berliner Flughafen ist die Planung so schief gelaufen, dass die Kosten explodieren und die Arbeiten kein Ende nehmen. Wie hätten diese Desaster verhindert werden können? Bei der Veranstaltung Fokus Immobilien stellten Professor Jürgen Reichardt von der FH Münster und Andreas Jantzen von Drees & Sommer „Buildung Information Modeling“ (BIM) vor. Das IT-gestützte Verfahren zur optimierten Planung, Realisierung und Bewirtschaftung von Gebäuden bedeutet einen grundlegenden Wandel in der Bauindustrie. Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH begrüßte 85 Teilnehmer.

Reichardt und Jantzen zeigten, dass die Digitalisierung auch auf die Zukunft des Bauens erheblichen Einfluss nehmen wird. Mit BIM wird im Konstruktionsprozess ein präzises, dreidimensionales Modell entworfen, das auch im weiteren Planungsprozess bis hin zur Ausführung und Nutzung als gemeinsamer Nenner zwischen den Gewerken dient. Ziel sei die integrierte Abbildung der separierten Teilplanungen der Bauobjekte und deren Ergebnisse im Projektverlauf.
Das digitale Modell lässt sich bereits in der Planungsphase prüfen. Gibt es womöglich strukturelle und projektrelevante Probleme und Fragen, die in diesem Prozess schnell identifiziert werden, damit das Gebäude quasi fehlerfrei gebaut werden kann? Anhand einer Simulation zeigte Jantzen, dass sich mit nur einem Klick die Anzahl der geplanten Türen ermitteln lässt oder auch zu sehen ist, ob an dieser oder jener Stelle Bohrungen für Rohre geplant sind. Auch die ungünstige Platzierung von tragenden Säulen wird durch BIM schon vor Baubeginn entdeckt, was während der Bauphase unweigerlich zu Verzögerungen und zu Kostensteigerungen führen würde. Reichardt zeigte auf, wie sich durch BIM das Klima bzw. der Temperaturverlauf in einem Gebäude durch Sonneneinstrahlung simulieren lässt. Ein deutlicher Planungsvorteil hinsichtlich der Energieeffizienz. Jantzen: „Einer der großen Vorteile von BIM ist der konsistente Datenbestand. Eine Änderungen an den zugrunde liegenden Informationen ändert alles.“
Die BIM-Methode verspreche Qualität, Aktualität und Transparenz von Projektinformationen, die jederzeit auswertbar seien und für alle Beteiligten zu einer höheren Sicherheit hinsichtlich Kosten, Termine und Nachhaltigkeit in der interdisziplinären Projektabwicklung führen. Voraussetzung, so Jantzen, sei die Bereitschaft zur Kooperation aller Beteiligten.