„Der Hut ist nicht vom Aussterben bedroht“

HUT.de baut Loddenheide-Zentrale mit großer Halle aus

Der münsterische Hut-Händler HUT.de stockt seine Kapazitäten im Gewerbepark Münster-Loddenheide deutlich auf. Neben der im Jahr 2011 bezogenen Firmenzentrale am Willy-Brandt-Weg wird eine weitere, zirka 2.100 Quadratmeter große Lagerhalle mit integriertem Verwaltungstrakt und Showroom gebaut. Nur so, erklären die Geschäftsführer Andre Beelmann und Thomas Klatt, könne der Platzbedarf des kontinuierlich wachsenden Unternehmens mit aktuell 80 Mitarbeitern langfristig gedeckt werden.

Der Neubau entsteht auf einem von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) vermarkteten Grundstück, das HUT.de vor längerer Zeit von der Gewerbepark Münster-Loddenheide GmbH für eventuelle Expansionszwecke erworben hatte. „Jetzt zahlt sich das weitsichtige Handeln der jungen Unternehmer für die Standortsicherung aus“, zollt ihnen WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers großen Respekt und geht von der Schaffung weiterer Arbeitsplätze aus.
„Seit einem Jahr bewegen wir uns am Limit. Doch ohne den Ausbau können wir nicht mehr vernünftig arbeiten. Strukturen und Prozesse müssen auf mehr Fläche weiter optimiert werden“, sagt Beelmann mit Verweis auf die Wachstumskurve. Beim Einzug vor sechs Jahren zählte HUT.de 34 Mitarbeiter. Heute beschäftigt der Betrieb mehr als die doppelte Anzahl in der Verwaltung, im Marketing, Vertrieb, Lager und in der Logistik sowie im Einzelhandel. Die Devise: „Wir machen alles selbst.“
So verwundert es auch nicht, dass das Unternehmen stets auf der Suche nach qualifiziertem Personal für die unterschiedlichsten Bereiche ist. Zum August 2018 sollen laut Beelmann zudem bis zu fünf neue Auszubildende in verschiedenen Fachbereichen eingestellt werden.
Mit dem Verkauf von Hüten, Mützen und Caps sind Beelmann und Klatt im europäischen Online-Business inzwischen die Nummer 1. Mit Einzelhandelsgeschäften in Münster, Köln, Aachen und Bonn setzen sie neben dem Internet auch auf die Präsenz in Innenstädten. Erhöhte Sichtbarkeit, Kundennähe, Servicequalität – die Argumente für den stationären Vertrieb liegen auf der Hand. Und irgendwie wollen die Enddreißiger mit ihrem breitgefächerten Sortiment in stark frequentierten Shoppinglagen auch ein Zeichen setzen: „In früheren Zeiten gehörten Hut-Geschäfte wie selbstverständlich zum Straßenbild dazu. Und so wollen wir als moderner Händler mit ausgewählten Kopfbedeckungen diese Tradition fortführen und einen Aha-Effekt auslösen“, sagt Beelmann aus Überzeugung: „Nein, der Hut ist nicht vom Aussterben bedroht.“
Die „Hut“-Idee wurde im Jahr 2001 aus einer „Studentenlaune“ heraus geboren. Und irgendwann nahm der Vertrieb einen so erfolgreichen Lauf, dass das Unternehmen an der Wienburgstraße keine Perspektive mehr hatte und das Duo Beelmann/Klatt auf der Loddenheide ihr eigenes Domizil errichten ließ. Mit der zweiten Halle, die in Zusammenarbeit mit dem Baudienstleister Goldbeck realisiert wird, setzt HUT.de die Erfolgsgeschichte fort.
Unter anderem sei die Eröffnung von ein bis zwei Einzelhandelsgeschäften pro Jahr in deutschen Großstädten geplant. Mit einem speziellen Webshop für Caps und dem so genannten Customizing sollen auch die jüngeren Altersgruppen angesprochen werden. Beelmann: „Customizing heißt, dass wir das Produkt ganz nach dem Wunsch des Kunden gestalten. Die Individualisierung von Mode ist ein großer Trend.“ Und HUT.de geht mit der Zeit.