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Presseinfo (17.03.): Finanzielle Hilfen für Unternehmen angekündigt

Massive Belastung für Unternehmen und Beschäftigte

Die Corona-Krise mitsamt aller präventiven Maßnahmen belastet Unternehmen und deren Mitarbeiter massiv. Zur Abfederung von Umsatz- und Einnahmerückgängen bzw. finanziellen Engpässen und Konsequenzen für die Beschäftigten bieten die Bundes- und Landesregierung NRW verschiedene Hilfen an. Bund und Land NRW werden – abhängig von den Entwicklungen – ihre Angebote sukzessive überprüfen und anpassen. Weitere sind avisiert.

Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH informiert und berät zu diesen Leistungen. Ansprechpartner ist Günter Klemm, 0251 68642-90, klemm@wfm-muenster.de.

Kurzarbeit


Gelockerte Voraussetzungen bei Beantragung
Unternehmen können nunmehr unter gelockerten Voraussetzungen Kurzarbeitergeld beantragen. Das bedeutet:
• Absenkung des Quorums für Kurzarbeit auf mindestens 10 Prozent der Beschäftigten, die von Arbeitsausfall betroffen sein müssen
• teilweiser oder vollständiger Verzicht auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
• Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
• vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit

Zur Anzeige von Kurzarbeit bzw. zur Beantragung von Kurzarbeitergeld nehmen Unternehmen Kontakt zum Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit vor Ort auf. In Münster unter Tel. 0800 4 5555 20. Alle tagesaktuell relevanten Informationen gibt die Arbeitsagentur.

Verdienstausfall


Entschädigung bei Tätigkeitsverbot
Im Falle eines Tätigkeitsverbots (z.B. Quarantäne) wegen des Corona-Virus kann eine Entschädigung beantragt werden. Zuständig in NRW sind der Landschaftsverband Rheinland (LVR/Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf) und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL/Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster).
Details zu Tätigkeitsverboten und Verdienstausfall beim LVR.
Der für Münster zuständige LWL informiert telefonisch unter 0251 591-8218, 0251 591-8411 und 0251 591-8136.

Liquiditätssicherung


Liquiditätssicherung durch Bürgschaften
Für die Überbrückung von Liquiditätsengpässen stehen Unternehmen in NRW öffentliche Finanzierungsangebote zur Verfügung. Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank NRW (bis 2,5 Mio. Euro) und das Landesbürgschaftsprogramm (ab 2,5 Mio. Euro, auch Großunternehmen) besichert werden. Die Bürgschaftsbank ermöglicht eine 72-Stunden-Expressbürgschaft.
Telefonische Auskunft gibt es unter 02131 5107-200 und im Internet bei der Bürgschaftsbank NRW.

Liquiditätssicherung durch Beteiligungskapital
Kleine Unternehmen und Existenzgründer habe die Möglichkeit, aus dem
Mikromezzaninfonds Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft (KBG) in Neuss zu beantragen. Sicherheiten sind hierfür vom Unternehmen nicht zu stellen. Das führt nicht nur zur sofortigen Liquiditätsstärkung, sondern verbessert auch das Rating des Unternehmens und damit seine Kreditwürdigkeit.
Telefonische Auskunft gibt es unter 02131 5107-200 und im Internet bei der KBG

NRW-Bank berät individuell
Die Förderberater der NRW.BANK informieren und beraten individuell und diskret über die Förderinstrumente des Landes. Betroffene Unternehmen sollten sich so früh wie möglich melden, um gezielt und rechtzeitig alle Möglichkeiten ausloten zu können.
Das NRW.BANK-Service-Center informiert unter Tel. 0211 91741 4800.

KfW optimiert Kreditkonditionen
Die KfW als Förderbank des Bundes bietet konditionenoptimierte Kreditprogramme an.
Die Bank informiert unter Tel. 0800 539 9001.
Weitere Informationen auf der KfW-Webseite.

WICHTIG: Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen sollte zudem zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden. Ihre Begleitung ist bei der Vergabe von Bürgschaften, Haftungsfreistellungen und günstigen Krediten unerlässlich.

Steuerliche Erleichterungen


Liquiditätsverbesserung durch Stundung
Zur Steigerung der Liquidität bei Unternehmen werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert. Insgesamt wird den Unternehmen die Möglichkeit von Steuerstundungen in Milliardenhöhe gewährt. Im Einzelnen gilt:
• Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert: Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellt. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird.
• Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.
• Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Bei Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen in entsprechender Art und Weise entgegenzukommen. Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das bei seiner Zuständigkeit für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer entsprechend verfahren wird.