BLB NRW betreibt Stadtentwicklung mit vielen Einflussfaktoren

Business Breakfast beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb

Wer einen Vorgeschmack vom neuen Gefängnis in Münster bekommen will, der sollte das Referenzobjekt in Düsseldorf betrachten. Dort steht laut Markus Vieth vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) eine der modernsten Justizvollzugsanstalten in NRW, die von der Niederlassung Münster entwickelt wurde. Beim Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH sprachen die hiesigen BLB-Verantwortlichen Markus Vieth und Isabella Oppenberg über die Herausforderungen des Immobilienbetriebs im Spannungsfeld zwischen Gebäudeanforderungen, Stadtbaukultur, Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit. „Es sind keine Objekte von der Stange, die wir bauen. Es sind individuelle Projekte – sowohl beim Altbau in unserem Bestand als auch beim Neubau.“

Zu den Kunden und Mietern der BLB-Niederlassung Münster mit rund 250 Mitarbeitern gehören unter anderem die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die Fachhochschule Münster, die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen sowie Justiz, Finanzverwaltung und Polizei. „Das Leistungsspektrum erstreckt sich von der Standortsuche und der Projektentwicklung für neue Gebäude über die Planung und Realisierung, Instandhaltung und Instandsetzung bis hin zur Verwertung nicht mehr benötigter Immobilien“, erklärte Isabella Oppenberg. WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers würdigte die Qualität der Umsetzung am Beispiel der Oberfinanzdirektion am Albersloher Weg, des Parkhauses am Coesfelder Kreuz, der Modernisierung, Sanierung und Erweiterung des Philosophikums am Domplatz, des Multiscale Imaging Centre (MIC) und des Center for Soft Nanoscience im Wissenschaftspark.
Die vielfältigen Immobilien des Landes Nordrhein-Westfalen prägen nicht nur Münsters Stadtbild, sondern stützen auch die Baubranche. Jedes Jahr vergibt der BLB NRW öffentliche Aufträge im dreistelligen Millionenbereich für Planungsleistungen, Bau-ausführungen und die Bewirtschaftung seiner Gebäude im Münsterland. Vieth: „Per Gesetz sollen wir wie ein Wirtschaftsunternehmen handeln. Das erfordert oftmals einen breiten Spagat, kaufmännisch zu agieren und gleichzeitig die Stadtbaukultur nachhaltig zu fördern. Nachhaltig heißt aber auch, dass wir unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen ausschöpfen, was gerade möglich ist.“
Vieth und Oppenberg betonten die Rolle des BLB NRW Münster als Stadt- und Quartiersentwickler. Sie zeige sich etwa am Hüffer-Campus, einem Riesenprojekt der Hochschulen mit einem Investitionsvolumen ebenfalls im dreistelligen Millionenbereich. Eine der größten Aufgaben des BLB NRW sei zudem die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Zentrums westlich des Schlosses, an der auch die Stadt Münster, die Uni, die FH, das Studierendenwerk und das UKM beteiligt seien. Oppenberg: „Wir wollen weg von der Einzelbetrachtung hin zur Stadt- bzw. Quartiersentwicklung – und uns hier als wesentliche Gestalter für Lebensqualität in Münster im Rahmen unserer rechtlichen Möglichkeiten einbringen.“ Innerhalb der kommenden zehn Jahre wird in diesem Gebiet ein Volumen von zirka 1,6 Milliarden Euro verbaut. „Das verlangt höchste Professionalität bei der Konzeption dieses Areals. Wir arbeiten daran, dass dort etwas wirklich Tolles entsteht“, so die kaufmännische Niederlassungsleiterin.
Optimismus versprüht der technische Niederlassungsleiter Markus Vieth auch beim Gefängnis-Neubau. „Wir haben für den Neubau der JVA in Düsseldorf eine ausgezeichnete Leistungsbeschreibung erstellt, von der wir hier profitieren werden. Sie wird den Anforderungen an Architektur und Funktionalität in hohem Maße gerecht.“ Das neue Gefängnis in Münster entsteht in preußischer Kreuzbauweise. Das bietet Vorteile im Hinblick auf Personaleinsatz, Kommunikation und Sicherheit.