Wirtschaftsförderung Münster GmbH · Hafenweg 16 · D-48155 Münster · Tel +49 (251) 68642-0
Aktuelle Meldungen

Passanten füllen die gesamte City

Innerstädtische Frequenzzählung der WFM 2015

Die Zukunft des innerstädtischen Handels ist ein vieldiskutiertes und brandaktuelles Thema: Brechen wegen des kontinuierlich wachsenden Online-Geschäfts die Passanten in Münster weg? „Offensichtlich nicht. Der Handelsstandort Münster zieht nach wie vor viele Besucher an, die sich über die gesamte City verteilen“, bewertet Dr. Thomas Robbers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM), die diesjährige Frequenzmessung.

„Aufgrund der hohen Beliebtheit zahlreicher innerstädtischer Standorte sprechen wir von einer stabilen Entwicklung, die sich hoffentlich auch auf die Umsatzergebnisse der Händler niederschlägt.“

Zwar lassen die vom Institut für Geographie der Universität Münster erfassten Daten nicht direkt auf die Konsumfreude der Passanten schließen. Gleichwohl wird in der Westfalenmetropole ein großer Kaufanreiz durch das vielfältige Handels- und Gastronomieangebot in einem Netz von Einkaufsmeilen und Wegen geschaffen. „Im Zeitalter des Onlinehandels werden Shoppingvergnügen, Aufenthaltsqualität und Atmosphäre für den Erfolg des stationären Handels immer wichtiger“, erklärt Dr. Christina Willerding, WFM-Beraterin im Bereich Einzelhandel.

..............................................................................................................................................
Fragen zur Passantenfrequenzmessung? Dr. Christina Willerding, Tel. 0251 68642-40 ..............................................................................................................................................

Die Frequenzmessungen erfolgten am Donnerstag, dem 7. Mai 2015, und dem darauf folgenden Samstag, der im Wochenverlauf die meisten Menschen in die City lockte. In der bestbesuchten Ludgeristraße wurden auf Höhe der Münster Arkaden 5.676 Passanten gemessen, gefolgt vom Prinzipalmarkt mit 5.145 Personen und von der vorderen Salzstraße mit zirka 3.200 Treffern. Das Trio steht seit Jahren an der Spitze der gefragtesten Einkaufsmeilen Münsters. Erfreulich ist zudem: Im Verhältnis zu diesen tragenden Säulen des Handelsstandorts Münster sind 2015 die so genannten Nebenlagen in der Gunst der Passanten gestiegen. Zum Beispiel die Klarissengasse, der Hötteweg und die Beginengasse, die als Verbindungen zwischen Königsstraße, Ludgeristraße und Stubengasse gut angenommen werden.

Inzwischen hat sich in der City ein Kreis von gut bis sehr gut frequentierten Wegen um den historischen Stadtkern geschlossen. Dadurch haben sich abwechslungsreiche Rundläufe etabliert. Diese Entwicklung deckt sich mit den Vorstellungen von Stadtdirektor Hartwig Schultheiß, der die vielfältigen Chancen der Innenstadt stärker nutzen will. „Die Passanten sollen die City immer wieder aufs Neue erleben.“ Vor diesem Hintergrund freut sich Schultheiß über gelungene städtebauliche Entwicklungen im Bereich Landesmuseum/Aegidiimarkt sowie Rothenburg und Königsstraße im Zusammenhang mit dem Picassoplatz. „Diese Lagen haben als Eingangstore zur Innenstadt eine hohe Qualität und weiterhin Potenzial als Frequenztreiber“, sagt Schultheiß. Eine Handelsimmobilie, die dieses stimmige Quartier zusätzlich aufgewertet habe, sei die frühere Dresdner Bank gegenüber den Münster Arkaden: „Die ehemalige Dresdner Bank ist ein städtebauliches Highlight und markantes Bindeglied zwischen Rothenburg und Königsstraße in der Achse zum Prinzipalmarkt.“

Ob Rothenburg oder Königsstraße, Alter Fischmarkt, Windthorststraße oder Marienplatz: Münster bietet inzwischen zahlreiche attraktive Einstiegsmöglichkeiten in die münsterische Einkaufswelt. Als beliebte Lage erweist sich bei den Passanten auch der Roggenmarkt. Er wurde bei der Frequenzmessung 2015 erstmals mitgezählt und schaffte – wohl auch wegen seines kompletten Händler- und Gastronomiemixes – den Einstieg in das Ranking der innerstädtischen Handelslagen von Null auf Platz 6.

Die Beliebtheit eines Standorts wird zum einen festgestellt, indem die Besucherzahlen in Relation zum Gesamtaufkommen in der City betrachtet werden. Zum anderen werden die Daten der 23 Standorte eines Jahres in Relation zueinander gesetzt, um Auskunft über das Kräfteverhältnis in der Innenstadt zu erhalten. „Dass hierbei etablierte Standorte leicht verloren und Potenziallagen Passanten gewonnen haben, ist für die Fortentwicklung der lebendigen Innenstadt von Vorteil. So viele Ecken sind zu entdecken“, erklärt Robbers und gibt einen Tipp: „Passanten, die sich beim Shoppen und Bummeln durch die attraktiven Einkaufsstraßen gezielt eine Übersicht verschaffen wollen, finden den Weg zum gewünschten Angebot auf andere Weise: im Internet.“ Auch so funktioniert stationärer Handel in Zeiten der Digitalisierung.

..............................................................................................................................................
Passantenfrequenzmessung (pdf): www.wfm-muenster.de/publikationen
..............................................................................................................................................

Zum Hintergrund: Passantenfrequenzmessung 2015
Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH beauftragte auch 2015 das Institut für Geographie der Universität Münster mit der Zählung der Passanten. Die Messungen in Münsters Innenstadt, an den Ausfallstraßen Hammer Straße, Wolbecker Straße und Warendorfer Straße sowie im Stadtteil Hiltrup erfolgten von 12 bis 13 Uhr am Donnerstag, dem 7. Mai 2015, und am Samstag, dem 9. Mai 2015. Die Temperatur am 7. Mai lag bei zirka 13 Grad Celsius. Zum Zeitpunkt der Erhebung war es stark bewölkt, windig und regnerisch. Am 9. Mai 2015 war es im Messzeitraum bei ca. 16 Grad Celsius teilweise sonnig mit frischem Wind. Ein langjähriger Vergleich der Witterungsbedingungen zeigt, dass diese bei der diesjährigen Erhebung deutlich ungünstiger waren.

An Passanten gewonnen haben bei der Samstagszählung, dem 9. Mai 2015, folgende Straßen:
Ludgeristraße II im Bereich C&A (3.*), Salzstraße I (4.), Salzstraße II (9.), Königsstraße (12.), Klarissengasse (15.), Windthorststraße im Bereich Harsewinkelplatz (15.), Hötteweg (18.), Beginengasse (19.), Verspoel (20.), Aegidiistraße (21.), Hörster¬straße (23.) --- * Aktuelle Platzierung des Standorts im Ranking 2015

An Passanten verloren haben bei der Samstagszählung, dem 9. Mai 2015, folgende Straßen:
Ludgeristraße I im Bereich Arkaden (1.*), Prinzipalmarkt (2.), Klemensstraße (6.), Rothenburg (7.), Stubengasse (8.), Alter Fischmarkt (10.), Heinrich-Brüning-Straße (11.), Windthorststraße im Bereich Raphaelsklinik (13.), Windthorststraße im Bereich Bahnhof (14.), Spiekerhof (17.) --- * Aktuelle Platzierung des Standorts im Ranking 2015

Nutzen der Passantenfrequenzmessung
Die an den Zählpunkten erfassten Daten zeigen dem Einzelhandel und der Gastronomie die beliebten Aufenthaltsorte, Flaniermeilen und Wegebeziehungen auf. Zudem können Immobilieneigentümer und Investoren Vergleiche mit Einzelhandelslagen und Frequenzen in anderen Städten ziehen. Für den Städtebau sind die Frequenzen wichtige Indikatoren zur Bestimmung des Potenzials innerstädtischer Lagen. Der WFM dienen die Daten als Argumente bei der Vermittlung von Einzelhandelsflächen bzw. Ladenlokalen.