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„Bei einem Konflikt zusammensetzen“

Scout-Veranstaltung der WFM Münster

Jeder Mensch tickt anders – je nach Situation, Form, Stimmungslage und Rolle. Das kann zu Spannungen in der Zusammenarbeit führen. Bei der Scout-Veranstaltung „Kommunikation im Konflikt“ erklärte Monika Bone, wie man im Berufsleben besser miteinander auskommt. Darüber hinaus berichtete Dr. August-Wilhelm Preuss von seinen Erfahrungen aus dem MentorenNetz der IHK Nord Westfalen, in dem er Existenzgründer fördert.

Zu der Veranstaltung begrüßte Existenzgründungsberaterin Elisabeth Remmersmann von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH zirka 80 Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen.

Die Vorstellung, dass es in Firmen und zwischen Geschäftspartnern immer harmonisch zugeht, ist nicht realistisch. Dafür gibt es zu viele Einflussfaktoren, die das Verhältnis negativ beeinflussen können. Über die Qualität der Zusammenarbeit entscheidet die Fähigkeit, Konflikte zu vermeiden und zu lösen, erklärte Elisabeth Remmersmann in ihrer Einleitung. Monika Bone, Inhaberin von BONE Training & Prozessbegleitung aus Velen, plädierte dafür, sich Konflikte bewusst zu machen, aktiv anzugehen und sie im Umgang miteinander zu benennen. Grundlagen für souveränes Handeln bildeten ihrer Ansicht nach die eigene Haltung und das Werteverständnis.

„Wir schauen zunächst auf Präventionsmöglichkeiten, ehe wir in den Ring steigen“, erklärt die Referentin. Die Erwachsenen¬methode heiße, sich zusammenzusetzen und sich mit dem Konfliktthema zu beschäftigen. Denn darüber erfahren die Parteien, wo es Unterschiede und Grenzen gibt. Die Auseinandersetzung erfordere allerdings Kooperationsbereitschaft, Empathie und den Willen, sich verstehen zu wollen.

„Ohne das Wollen gibt es keine Auseinandersetzung. Und ohne das Wollen landen wir bei der kindlichen Methode: Der Stärkere siegt.“ Monika Bone empfahl ihren Zuhörern, Konflikte nicht zu scheuen, sondern sich diesen anzunehmen. „Ich will ja wissen: Worum geht es im Grunde?“

Konflikte könnten viele Ursachen haben, sagte Monika Bone und zitierte Antoine de Saint-Exupéry: „Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse“, habe dieser gesagt. „Fragen Sie also nach, ob der andere die Sache genauso versteht wie Sie oder eben anders.“ Wichtig sei im Hinblick auf die Erwartungen, sich in die Lage des anderen zu versetzen: „Wenn Sie nur Ihre Sicht pflegen und nicht herausfinden, was sich der Kunde vorstellt, dann arbeiten Sie eventuell aneinander vorbei.“

Einer der häufigsten Konfliktgründe seien auch unterschiedliche Ziele und Interessen. Je größer ein Unternehmen, desto unterschiedlicher seien die Perspektiven der Mitarbeiter. Zur Vorbeugung von Störungen gelte es, Ziele klar zu definieren. „Wenn diese nicht klar kommuniziert sind: Wie sollen Ihre Mitarbeiter in Ihrem Sinne entscheiden?“

Das größte Potenzial aber hätten Rollenkonflikte im Zusammenhang mit einem persönlichen Werteverständnis. „Wieviel davon lebe ich? Oder zwingt mich meine Rolle, gegen meine Werte zu agieren? Viele Unternehmen gehen dahin über, Leitbilder zu entwickeln, um das Thema Werte für alle Mitarbeiter verbindlich zu machen und ihnen einen Kompass an die Hand zu geben.“

Preuss, der als ehemalige Führungskraft in der Wirtschaft über viele Jahre Berufserfahrung verfügt, schilderte verschiedene Konfliktsituationen aus seinem Arbeitsleben. Darüber hinaus berichtete er von der Tätigkeit im MentorenNetz, dem Gründer ihre Ideen und Geschäftsvorhaben vorstellten, ehe sie von Experten begleitet würden.