„Studierende haben Potenzial des Verspoels sehr gut herausgearbeitet“
Ein Schritt weiter: Gestaltungsentwürfe präsentiert
Mehr Identität, Aufenthaltsqualität und Anziehungskraft: In den vergangenen drei Monaten haben die Studierenden von Prof. Steffen Schulz die Verbindung zwischen Ludgeristraße und Klosterstraße in der südlichen Altstadt analysiert und Ideen zur Attraktivitäts¬steigerung entwickelt. Die Präsentation der Entwürfe und Konzepte rief bei den 30 anwesenden Anrainern und Eigentümern eine gute Resonanz hervor. „Ein großes Dankeschön an die Studierenden für ihre gelungenen Arbeiten. Sie haben sich intensiv mit den Stärken und Schwächen des Verspoels auseinandergesetzt und das Potenzial der Straße herausgearbeitet“, erklärt Katharina Neuroth, Sprecherin der Initiative, die Anfang 2015 von Händlern, Gastronomen, Dienstleistungsfirmen und Eigentümern ins Leben gerufen wurde.
Dr. Christina Willerding von der Wirtschaftsförderung Münster GmbH, die den Prozess gemeinsam mit Münster Marketing und städtischen Vertretern vorantreibt, freut sich über den Stand der Dinge. „Die Vorschläge liefern den Verspoel-Beteiligten eine gute Entscheidungsgrundlage für mögliche Maßnahmen. Im nächsten Schritt sollte darüber nachgedacht werden, was von den Konzepten wie und wann umgesetzt werden könnte“, sieht die WFM-Beraterin eine große Chance zur Weiterentwicklung des Verspoels.
Die Modelle werden am 24. Februar (Mittwoch) im Bettenfachgeschäft Samina am Verspoel 6 einem breiten Publikum vorgestellt. Am 25. Februar (Donnerstag) ist die Ausstellung während der Ladenöffnungszeit von 10 bis 18 Uhr für alle Interessierten zu sehen.
Eine Neuordnung des Straßenraums, kreative Farb- und Lichtkonzepte, Skulpturen, Bäume – den Studierenden waren bei den Arbeiten kaum Grenzen gesetzt. Entsprechend breitgefächert fielen die Ergebnisse aus. „Oft dient die Straße nur als schnelle Verbindung oder Durchfahrtsstraße. Der Verspoel bietet verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung an. Wichtig ist dabei jedoch, ihm nicht seine authentische und individuelle Ausstrahlung zu nehmen“, erklärten Pia Regenbrecht, Cornelia Stehling, Tobias Pöpping, Maximilian Meibeck und Lena Kösters. Der geschichtliche Hintergrund des Verspoels – Vorschepol bedeute laut Straßenschild Froschteich – spiele bei der Konzeptionierung eine bedeutende Rolle. Und so gelte es, die einst natürliche Umgebung bei der Neugestaltung aufzugreifen, zum Beispiel durch Sitzfelsen und Gräser.
Ein bedeutender Aspekt, der sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten zieht, ist die Absenkung des Bürgersteigs in Verbindung mit einem neuen Pflaster. „Ein ebenerdiger Bürgersteig, der Sauberkeit und Sicherheit vermittelt, wird als Verlängerung der Einkaufsstraße wahrgenommen und zieht so die Besucher der Stadt in den Verspoel“, heißt es im Konzept von Julian Haupt, David Sommer und Miguel Moebius.
Darüber hinaus regen die Studierenden die Streichung von Fahrzeugstellplätzen an, um für Passanten mehr gestalteten Raum und damit mehr Aufenthaltsqualität schaffen zu können. Svenja Jakobs, Simon Hartmann, Marius Kuhmann und Aaron Küppers denken unter anderem an Sitzgelegenheiten, Stehtische, Hochbeete, Trinkbrunnen sowie Bäume und Bepflanzung. Mehr Service verlängere die Verweildauer, diene der Entschleunigung und der Erhöhung der Passantenfrequenzen, ist die Gruppe überzeugt.