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2021 mit gutem Ergebnis – trotz widriger Rahmenbedingungen

Jahresbilanz der Wirtschaftsförderung Münster GmbH

„In Münster ist weiterhin vieles gut, doch daran mussten im Jahr 2021 alle hart arbeiten. Trotz der coronabedingten Turbulenzen und immobilienwirtschaftlichen Herausforderungen weist die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) für das Geschäftsjahr 2021 unter dem Strich ein gutes, zufrieden stellendes Ergebnis aus.“ Mit diesen Worten hat der WFM-Geschäftsführer Enno Fuchs die Schaffensbilanz der städtischen Tochter kommentiert.

Mit 14 verkauften Gewerbegrundstücken und 58 vermittelten Immobilienobjekten, darunter fallen Büroflächen, Ladenlokale und Gewerbehallen, kam das Vermarktungsresultat diesmal nicht über den zehnjährigen Durchschnitt hinaus. Deutlich darüber pendelte sich dagegen die Anzahl von knapp 1.650 Arbeitsplätzen ein, die Unternehmen im Zuge der 73 Bestandsentwicklungen, zehn Neuansiedlungen und 74 Neugründungen geschaffen und gesichert hatten. Diese Firmen waren 2021 von der WFM beraten bzw. begleitet worden.

„Der Motor der münsterischen Wirtschaft läuft seit Jahren wie geschmiert auf Hochtouren und ist trotz aller Mutmaßungen auch im zweiten Corona-Pandemie-Jahr nicht ins Stottern geraten ist“, lobte Fuchs die Stärke der hiesigen Branchenvertreter. Gleichwohl mache er sich große Sorgen: „Zahlreiche Unternehmen und Branchen befinden sich in einem Transformationsprozess. Für den erfolgreichen Umbau des Kerngeschäfts und die Erschließung neuer und nachhaltiger Geschäftsfelder braucht es Mut und Platz zum Atmen“, erklärte er weiter.

Es dürfe jedoch nicht sein, dass „diese positive Entwicklung dem Wirtschaftsstandort Münster zum wahrhaften Verhängnis wird, da eine konstant hohe Nachfrage auf ein sich weiter verknappendes Flächenangebot trifft“, warnte der Anfang März 2021 bei der WFM gestartete Geschäftsführer vor einem gravierenden Engpass. Als „Kernthema eines zukunftsorientierten Standortes“ bezeichnete er deshalb die dringende Entwicklung von Gewerbeflächen im Einklang mit Wohnraum, damit Unternehmen Spielräume nach Ihren Vorstellungen geboten würden. „Eines darf nicht passieren: Dass der Flächenmangel auf Kosten der leistungsstarken und zukunftsorientierten Arbeitgeber und deren Beschäftigten geht.“

Münster zählt aufgrund der attraktiven Standortfaktoren und seiner leistungsfähigen Unternehmen zu einem der stärksten deutschen Wirtschaftsstandorte. Ein jähes Ende der Erfolgsstory mit einem beachtenswerten Kapitel „Arbeitsmarkt“ könne sich eine Stadt wie Münster nicht leisten. Zur Vergewisserung: Mitte 2021 übermittelte die Bundesagentur für Arbeit der Stadt Münster den neuen Höchststand von nunmehr knapp 180.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Allein in den Jahren 2012 bis 2020 sind damit mehr als 32.000 neue SVP-Arbeitsverhältnisse beziehungsweise 21 Prozent hinzugekommen. Und: Münsters Arbeitslosen-Quote von 4,9 Prozent im 2021er Jahresdurchschnitt war die beste aller kreisfreien Städte in NRW. „Und diese Menschen benötigen zum Leben und Arbeiten zunehmend Platz. Mit dessen Verfügbarkeit fällt und steigt die Qualität eines Standorts.

Die WFM-Aufsichtsratsvorsitzende Sandra Beer betont, dass besonders im schwierigen Corona Jahr 2021 Münsters Unternehmerinnen und Unternehmer durch „Innovationen, Mut und betriebswirtschaftliche Kompetenzen für eine stabile Wirtschaft gesorgt haben und somit Arbeitsplätze erhalten geblieben sind“. Auch sei es ihr wichtig hervorzuheben, dass „die Mitarbeitenden der WFM den Herausforderungen der Pandemie mit zahlreichen digitalen und analogen Angeboten begegnet sind, um auch weiterhin als verlässliche Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen“, zollte Sandra Beer den Mitarbeitenden Respekt.

Grundstücksgeschäft
Die WFM hat im Jahr 2021 insgesamt 14 Grundstücksverkäufe mit einem Volumen von 32.000 Quadratmetern getätigt. Der seit Gründung der WFM im Jahr 2004 niedrigste Absatzwert liegt knapp 60.000 Quadratmeter unter dem Zehnjahresdurchschnitt (90.000 m²) und unterstreicht den Mangel an verfügbaren Grundstücken im mittleren und großflächigen Segment. Die Ausnahme bildeten zwei Transaktionen von jeweils zirka 5.000 Quadratmetern und eine Veräußerung von knapp 4.000 Quadratmetern. 84 Prozent der Flächennachfrage entfielen auf den Dienstleistungssektor und 16 Prozent auf das produzierende Gewerbe. Aus dem Handel oder dem Technologiebereich kamen 2021 keine Abnehmer.

Da in vielen Lagen im Stadtgebiet keine Flächen mehr zur Verfügung, konzentrierte sich 2021 die Nachfrage mit der Bilanz von acht Grundstücksgeschäften auf das Gewerbegebiet östlich der Münsterstraße in Wolbeck. Immerhin drei Abschlüsse fielen auf den Hansa-BusinessPark in Amelsbüren. Jeweils ein Verkauf fand an der Amelsbürener Straße, an der Meyerbeerstraße und am Hessenweg statt.

Immobilienservice
Nach der 2020er Rekordmarke von 84 vermittelten Immobilienobjekten fiel das Ergebnis 2021 durchwachsener aus. Zu Buche schlugen 58 Abschlüsse, elf unter dem Zehnjahres-Durchschnitt, mit einer Gesamtfläche von knapp 23.000 Quadratmetern. Zirka die Hälfte der Flächen fragte der Handel nach, 26 Prozent entfielen auf den Technologiesektor, 17 Prozent auf die Dienstleistungsbranche und fünf Prozent auf das produzierende Gewerbe.
Die meisten Abschlüsse, 52 an der Zahl, erfolgten im kleinteiligen Segment (zwischen 24 und 660 Quadratmetern). Hinzu kamen eine Vermittlung von über 1.000, vier über 2.000 und eine von 4.000 Quadratmetern.
Auffällig ist, dass sich der Nachfragefokus nunmehr auf mehrere Lagen im Stadtgebiet wie beispielsweise den Dahlweg, den Technologiehof, die Eulerstraße, die Weseler Straße oder die Fuggerstraße verteilt. Die Akzeptanz dieser Alternativen resultiert aus der Tatsache, dass in begehrten Dienstleistungshotspots der vergangenen Jahre, der Loddenheide oder dem Technologiepark, an sich kaum noch Flächen zur Verfügung stehen. So realisierte die WFM allein auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Schlatter am Dahlweg 105 insgesamt elf Abschlüsse.

Fördermittel
Die WFM berät und begleitet ihre Kunden bei der Beantragung von Fördermitteln für Unternehmens- und Gründungsberatungen sowie bei der Akquise von Zuschüssen für die berufliche Weiterbildung. Im Jahr 2021 standen unter dem Strich 545 bewilligte Förder¬anträge, die im Zehn-Jahres-Vergleich ein durchschnittliches Ergebnis darstellen. Die 545 bewilligten Förderanträge führten zu einem eingeworbenen Fördermittelvolumen in Höhe von zirka 973.000 Euro. Es ist die dritthöchste Summe seit der Gründung der WFM im Jahr 2004.

Mehr als die Hälfte der eingeworbenen Mittel resultierte aus dem „Gründerstipendium“. Das Land NRW genehmigte auf Anraten der WFM im Jahr 2021 insgesamt 41 Anträge und stellte innovativen Gründern Zuschüsse in Höhe von 492.000 Euro zur Verfügung. Die zweithöchste Fördermittelsumme in Höhe von knapp 190.000 Euro resultierte aus der Vergabe von fünf Mikrodarlehen. Mit diesem Instrument unterstützt die NRW.BANK im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit den STARTERCENTERN NRW Unternehmensgründer bis zu fünf Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit.

Das nach wie vor hohe Interesse an der beruflichen Weiterbildung schlug sich 2021 erneut auf die hohe Anzahl von 324 genehmigten NRW-Bildungsschecks im Wert von knapp 133.000 Euro nieder. Im Zusammenhang mit der Ausgabe von 130 Prämiengutscheinen zahlte der Bund knapp 55.000 Euro zur Unterstützung beruflicher Weiterbildung aus. Mit 17 genehmigten Anträgen konnten im Rahmen der „Potentialberatung NRW“ im Jahr 2021 knapp 72.000 Euro eingeworben werden. Das Landesprogramm fördert Beratungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Von dem Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ profitierten insgesamt neun Firmen im Zusammenhang mit Beratungsleistungen. Dafür stellten die Fördermittelgeber knapp 18.000 Euro zur Verfügung.

Existenzgründungsberatung
Im Jahr 2021 hat die Existenzgründungsberatung der WFM 204 Einzelberatungsgespräche geführt, wovon 140 Erstberatungskontakte waren, die dann in 64 Folgeberatungen übergingen. Der Wert lässt auf ein in etwa gleichbleibendes Interesse an der beruflichen Selbstständigkeit schließen.