Radau: Krise hat unternehmerisches Handeln gestärkt
Business Breakfast bei der SuperBioMarkt AG
Zu den aufmerksamen Zuhörern zählte erstmals auch Dr. Marco Trienes, der neue Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH. Nach der Begrüßung und Vorstellung seiner Person zollte er dem Firmengründer Michael Radau für das Lebenswerk und seinem Nachfolger Luca großen Respekt. „Die SuperBioMarkt AG leistet damit durch Investitionen, Arbeitsplätze und langfristiges Engagement einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke unseres Standorts. Und sie passt hervorragend zu Münster – als Stadt der Nachhaltigkeit und als Heimat starker Familienunternehmen.“ Anfang 2026 war die operative Leitung an den Sohn als alleinigen Vorstand übergegangen.
Krise war erkenntnisreich
Luca Radau schilderte den Restrukturierungsprozess in den Jahren 2022/23 in vielerlei Hinsicht als eine enorme Herausforderung. In einer Zeit, in der Energiepreise explodierten, Lieferantenkosten stiegen und neue regulatorische Vorgaben hohe Investitionen erforderten, „stellten uns die sich rasant verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend vor komplexe Entscheidungen. In dem beantragten Schutzschirmverfahren waren Klarheit, Handlungsfähigkeit und der richtige Zeitpunkt immens wichtig.“
Rückblickend sagt Radau, habe die Krise viel Kraft und Geld gekostet, doch auch viele Erkenntnisse für das zukünftige unternehmerische Handeln gebracht. „Ich habe viel über Zahlen, die Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Lieferanten, Vermietern und Partnern sowie für Entscheidungen gelernt, die man als Chef manchmal auch unter großer Unsicherheit trifft.“ Der Prozess habe ihm auch vor Augen geführt, dass eine moderne Führung zunehmend auch Strategien beherrschen müsse, die das Überleben des Unternehmens sichern.
Starke Mitarbeiterbindung
Radau zog aus dem Verfahren fünf zentrale Learnings: Frühzeitige Gespräche mit Banken und eine unabhängige Beratung sind entscheidend, um alle Handlungsoptionen zu kennen. Bei einer Restrukturierung sollten Kostenstrukturen von Beginn an klar und transparent geregelt werden, da unklare Zuständigkeiten Vertrauen untergraben können. Ebenso ist eine offene, regelmäßige und ehrliche Kommunikation mit den Mitarbeitenden zentral, um Orientierung und Perspektiven zu geben. Schließlich wurde deutlich, dass ein Insolvenzverfahren nicht nur ein betriebswirtschaftlicher Prozess ist, sondern auch eine erhebliche emotionale Belastung darstellt.
Eine Sache habe Radau in dieser Zeit sehr beeindruckt. Während der gesamten Phase habe fast kein Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie stark die Bindung innerhalb eines Unternehmens wirklich ist. Und genauso freue ich mich, dass unsere Beziehungen zu Lieferanten und Handwerkspartnern größtenteils unbelastet blieben, auch wenn diese Unternehmen auf Teile ihrer Forderungen verzichten mussten.“
Heute steht die SuperBioMarkt AG wieder auf soliden Beinen. Mit 24 Märkten und mehr als 600 Beschäftigten in NRW und Niedersachsen nimmt sie eine herausragende Stellung im deutschen, wachsenden Bio-Lebensmittelhandel ein. 2025 erreichte der deutsche Biomarkt mit 18,3 Milliarden Euro Umsatz einen neuen Rekord, und auch für dieses Jahr wird weiteres Wachstum erwartet. Beispielhaft für die positive Entwicklung ist die gestrige Eröffnung eines weiteren SuperBiomarktes in Münsters Stadtteil Gremmendorf.
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