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Clubkultur ist ein bedeutender Faktor für Münsters Stadtentwicklung

Business Breakfast am Dockland

Münster. Was macht einen Wirtschaftsstandort für junge Menschen als künftige Fachkräfte attraktiv? Dieser Frage hat sich das jüngste Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) am Dockland gewidmet. Thomas Pieper, Geschäftsführer der Dockland GmbH und seit Jahrzehnten prägende Persönlichkeit der münsterischen Clubszene, gab den 150 Gästen Einblicke in die Entwicklung der elektronischen Musikkultur in Münster und erläuterte, welche Rolle Clubs für die Attraktivität der Stadt spielen.

Zur Einführung stellte WFM-Geschäftsführer Dr. Marco Trienes die Verbindung zwischen Lebensqualität, Kultur und wirtschaftlicher Entwicklung heraus. „Wenn wir über die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts sprechen, kommen wir schnell auf Unternehmen, Beschäftigtenzahlen und Investitionen. Wir sollten uns aber auch fragen: Was macht Münster aus Sicht der Menschen attraktiv, die wir für die erfolgreiche Entwicklung brauchen?“

Gerade für junge und hochqualifizierte Menschen sei die Entscheidung für einen Arbeitsplatz eng mit der Frage verbunden, wie sie leben möchten. Bezahlbarer Wohnraum, Mobilität, soziale Kontakte und persönliche Entfaltungsmöglichkeiten gehörten ebenso dazu wie ein vielfältiges kulturelles Angebot. „Eine attraktive Stadt ist mehr als die Summe der harten Standortfaktoren.“ Eine lebendige Clubszene schaffe Räume für Begegnung, Perspektiven und kulturelle Freiheit, präge das urbane Lebensgefühl und stärke die Wahrnehmung einer Stadt.

Eine von der WFM 2024 beauftragte Studie zur Generation Z hat gezeigt, dass rund 85 Prozent der Befragten die Lebensqualität in Münster als hoch oder sehr hoch bewerten. Münsters Standortprofil lasse sich laut Trienes gut mit den Begriffen Technologie, Talente und Toleranz beschreiben. „Gerade Toleranz leistet zu der lebendigen Clubkultur in Münster einen großen Beitrag.“

Wie sich diese Clubkultur über Jahrzehnte entwickelt hat, zeigte Thomas Pieper anhand der Geschichte der Dockland GmbH. Von ersten House- und Hip-Hop-Partys in den 1980er Jahren über den Fusion Club und das Docklands Festival bis zum heutigen Dockland sei die Leidenschaft für elektronische Musik stets der Ausgangspunkt gewesen. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 30 Festangestellte und je nach Saison bis zu 500 weitere Kräfte. Zwischen August 2025 und August 2026 besuchten nach Angaben der Dockland GmbH rund 130.000 Menschen aus zwölf Ländern deren Veranstaltungen im Bereich der elektronischen Musik.

„Die elektronische Clubkultur ist ein maßgeblicher Faktor für moderne Stadtentwicklung und das wirtschaftliche Wachstum von Metropolen. Sie beeinflusse Nachtökonomie, Standortmarketing, Tourismus und die Attraktivität für Fachkräfte“, sagte Pieper. Clubs siedelten sich häufig frühzeitig in ehemaligen Industrie- und Entwicklungsgebieten an und könnten damit Impulse für die weitere Entwicklung eines Quartiers geben. Aber gleichzeitig drohe ihnen wegen steigender Grundstücks- und Mietpreise sowie Nutzungsänderungen die Verdrängung.

Diese Entwicklung habe die Dockland GmbH an Münsters Stadthafen 1 selbst erlebt. Für das Unternehmen sei deshalb die langfristige Sicherung geeigneter Räume von zentraler Bedeutung. Pieper kündigte an, dass die Dockland GmbH bereits eine Projektidee für Teile des heutigen Areals im Bereich Stadthafen 2 entwickelt und sich als potenzieller Kulturinvestor positioniert habe.

Warum die Dockland GmbH auch nach Jahrzehnten ein junges Publikum erreiche und damit eine solide Voraussetzung für seine Pläne habe, beantwortete Pieper mit drei Begriffen: Authentizität, generationsübergreifende Toleranz und Mut zur Veränderung. Ein Beispiel: Mit dem Dockland Wintergarden eröffnet die Dockland GmbH am 3. Oktober an Ort und Stelle eine eingehauste Location, also einen Open-Air-Ort mit einer wetterunabhängigen Nutzung, der in Deutschland einzigartig ist.