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Bilanz 2020: WFM hat erfolgreich gearbeitet

Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) zieht für das Jahr 2020 eine erfolgreiche Bilanz ihres Schaffens: Sie beinhaltet unter anderem die neue Rekordmarke von 84 vermittelten Immobilienobjekten, wozu unter anderem Büroflächen, Ladenlokale und Gewerbehallen zählen. Des Weiteren unterstützte die WFM insgesamt 23 Unternehmen bei der Neuansiedlung in Münster. Das ist das zweitbeste Resultat aller Zeiten hinter dem Top-Wert von 26 verlagerten Betrieben im Jahr 2014. Auf einem sehr hohen Niveau liegt auch die Anzahl der Bestandsentwicklungen. Das heißt: Die WFM begleitete 2020 insgesamt 85 Unternehmen bei Immobiliengeschäften und weiteren Projektabwicklungen bis zum erfolgreichen Abschluss – im Spitzenjahr 2016 war es nur ein Fall mehr. Das drittbeste Ergebnis aller Zeiten weist die Bilanz von 1.600 Arbeitsplätzen aus, die von Unternehmen im Zuge der 23 Neuansiedlungen und 85 Bestandsentwicklungen geschaffen und gesichert wurden. Aus der Reihe der guten Nachrichten fällt die Summe von nur noch acht verkauften Gewerbegrundstücken. Eine konstant hohe Nachfrage trifft hier auf ein inzwischen äußerst knappes Angebot.

„Die Ergebnisse dienen als Gradmesser für die nach wie vor hohe Dynamik am Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Münster“, erklären die WFM-Geschäftsführer Christine Zeller und Robin Denstorff. Die an sich schon hohe Nachfrage im Immobiliensektor sei durch Corona-Effekte zum Teil noch befeuert worden. Die WFM verzeichnete 2020 vor allem bei Dienstleistungsimmobilien mehr Abschlüsse als in den Vorjahren, wobei auch hier nach wie vor ein hoher Flächenbedarf auf ein relativ knappes Angebot trifft.

Angesichts der stabilen Nachfrage von erfolgreich agierenden Unternehmen nach Gewerbeflächen fokussiert der Stadtkonzern neben dem Gewerbeflächenentwicklungskonzept auch in den innerstädtischen Randbereichen neue Räume für Entwicklungen, die etwa funktionalen, sozialen, ökologischen, verkehrlichen und wirtschaftlichen Qualitätsanforderungen gerecht werden. Beispielhaft soll an der Steinfurter Straße vis-á-vis des Technologieparks ein urbanes Stadtquartier für Wohnen, Arbeiten und Technologie entstehen. Übergeordnetes Leitziel auf einem 15 Hektar großen Areal an der Busso-Peus-Straße ist die Entwicklung eines neuen urbanen Stadtquartiers für Wohnen und Wissenschaft. Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen fördert die Spielräume für Unternehmen und dient der weiteren positiven Entwicklung der münsterischen Wirtschaft und des Arbeitsmarkts.

Zur Vergewisserung: Inzwischen ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Münster auf knapp 175.000 Stellen gestiegen (Stichtag 30.06.2020, Quelle: Bundesagentur für Arbeit). Alleine in den Jahren 2011 bis 2020 kamen in Münster knapp 31.000 neue SVP-Arbeitsverhältnisse beziehungsweise 21 Prozent hinzu. Die Aufgabe wird darin bestehen, die voranschreitende Schaffung von Wohnraum in einen gut koordinierten Einklang mit der Ausweisung neuer Räume für Gewerbe zu bringen. Die Menschen benötigen zunehmend Platz zum Leben und Arbeiten. Entsprechende Angebote sind wesentliche Qualitätsfaktoren eines Standorts.

Gewerbeflächen
Aufgrund der hohen Nachfrage in den vergangenen Jahren stehen in vielen Lagen des Stadtgebiets keine Gewerbegrundstücke mehr zur Verfügung. Beispielhaft für die Vollvermarktung sind der Gewerbepark Münster-Loddenheide und der Technologiepark Münster. Die Nachfrage der Investoren konzentriert sich insofern hauptsächlich auf die noch verfügbaren Flächen im Hansa-BusinessPark bei Münster-Amelsbüren (südliche Lage), auf das Gewerbegebiet Östliche Münsterstraße in Münster-Wolbeck (südöstliche Ausrichtung) und auf das Industriegebiet Hessenweg (nördliches Stadtgebiet).

Im Jahr 2020 hat die WFM nur im Hansa-BusinessPark und östlich der Münsterstraße jeweils vier – und damit alle Abschlüsse – mit insgesamt knapp 6,2 Hektar realisiert. Das Flächenvolumen liegt deutlich unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von knapp zehn Hektar und zeigt, dass auch in diesen Gebieten keine großen Grundstücke mehr zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund bedarf es der Identifizierung und Entwicklung größerer bis großer zusammenhängender Flächen zur langfristigen Standortsicherung.

Immobilienservice
Mit 84 vermittelten Immobilienobjekten im gesamten Stadtgebiet hat die WFM so viele Abschlüsse wie noch nie erzielt. Insgesamt 48 Transaktionen (57 %), und damit deutlich mehr als in den Vorjahren, kamen durch die Nachfrage von Dienstleistungs-unternehmen zustande. 20 Abschlüsse (24 %) entfielen auf Firmen aus dem Technologiesektor, zwölf (14 %) auf Handelsbetriebe und vier (5 %) auf das produzierende Gewerbe.

Der Flächenumsatz im stärksten Segment, der Dienstleistungsbranche, betrug für alle 48 Objekte zirka 21.000 Quadratmeter und pro Einheit im Durchschnitt zirka 440 Quadratmeter. Das deutet auf die Vermarktung von überwiegend kleinteiligen Flächen hin. Dabei handelt es sich um das Kerngeschäft der WFM. Ausnahmen bildeten ein Abschluss von zirka 4.000 Quadratmetern, eine Transaktion von über 2.000 Quadratmetern und sechs Vermittlungen zwischen 1.000 und 2.000 Quadratmetern. Die kleinste, neue vermietete Einheit an einen Dienstleister war nicht größer als zehn Quadratmeter.

Die durch Corona bedingten Auswirkungen auf die Marktlage waren im Jahr 2020 (noch) nicht deutlich sichtbar. Nach einer kurzen Nachfragedelle im Frühsommer zog die Nachfrage nach Büroflächen wieder deutlich an. Auch eine signifikante Erhöhung des Leerstands war nicht zu verzeichnen. Lediglich das Angebot an Einzelbüros in Bürogemeinschaften hatte sich vergrößert; die Anzahl der Gesuche nach Untermietern zur Mitfinanzierung einer Büroeinheit stieg.

Auf der Loddenheide, in den vergangenen Jahren ein Dienstleistungs-Hotspot, verbuchte die WFM aufgrund des hohen Vermarktungsstands keinen Abschluss mehr, im Technologiepark kamen immerhin noch zwei Transaktionen zustande. Alternativen zeigte die WFM mehreren Dienstleistungsfirmen dagegen am Dahlweg auf. In der ehemaligen Telekom-Immobilie (gegenüber dem Schlatter-Areal) vermittelte sie 2020 zwei Flächen und trug somit zum Abschluss der kompletten Neuvermietung des Bürostandortes bei. Acht Abschlüsse, und damit die meisten Transaktionen im Bürosegment im Jahr 2020, realisierte die WFM auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Schlatter. Auf diesem soll in zirka zwei Jahren mit dem Bau von Wohnungen begonnen werden. Bis dahin bietet der Eigentümer seine Immobilien für eine temporäre Nutzung am Markt an.

Die Folgen der Krise auf den Büromarkt, zum Beispiel durch kostensparende Flächenverkleinerungen oder steigende Zahlen von Unternehmensinsolvenzen, bleibt abzuwarten. Ebenfalls keine deutliche Aussage treffen lässt sich zu den Auswirkungen der erfolgreich erprobten Homeoffice-Lösungen sowie digitalen Meetings auf die Büroflächennachfrage. Die WFM wird in der Büromarktstudie 2021 zur Jahresmitte die aktuelle Entwicklung aufgreifen. Dabei werden auch die Auswirkungen der Corona-Krise tiefergehend untersucht, insbesondere mit Blick auf die Wirkung des Trends zu Home-Office-Arbeitsplätzen auf die Flächennachfrage.

Fördermittel
Die WFM berät und begleitet ihre Kunden bei der Beantragung von Fördermitteln für Unternehmens- und Gründungsberatungen sowie bei der Akquise von Zuschüssen für die berufliche Weiterbildung. Im Jahr 2020 stehen unter dem Strich 586 bewilligte Förderanträge, die im Zehn-Jahres-Vergleich ein überdurchschnittliches Ergebnis darstellen. Die 586 bewilligten Förderanträge führten zu einem eingeworbenen Fördermittelvolumen in Höhe von zirka 1,29 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die höchste, jemals erzielte Summe in diesem Geschäftsbereich.

Mehr als die Hälfte der auf Rekordniveau eingeworbenen Mittel resultierte aus dem „Gründerstipendium“. Das Land NRW genehmigte auf Anraten der WFM im Jahr 2020 insgesamt 58 Anträge und stellte innovativen Gründern Zuschüsse in Höhe von 696.000 Euro zur Verfügung.

Die zweithöchste Fördermittelsumme in Höhe von knapp 147.000 Euro resultierte aus der Vergabe von fünf Mikrodarlehen. Mit diesem Instrument unterstützt die NRW.BANK im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit den STARTERCENTERN NRW Unternehmensgründer bis zu fünf Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit.

Von dem Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ profitierten insgesamt 57 Firmen im Zusammenhang mit Beratungsleistungen. Dafür stellten die Fördermittelgeber knapp 129.000 Euro zur Verfügung. Mit 29 genehmigten Anträgen konnten im Rahmen der „Potentialberatung NRW“ im Jahr 2020 knapp 125.000 Euro eingeworben werden. Das Landesprogramm fördert Beratungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Das nach wie vor hohe Interesse an der beruflichen Weiterbildung schlug sich 2020 erneut auf die hohe Anzahl von 303 beantragten und genehmigten NRW-Bildungsschecks im Wert von knapp 124.000 Euro nieder. Im Zusammenhang mit der Ausgabe von 102 Prämiengutscheinen zahlte der Bund knapp 42.000 Euro zur Unterstützung beruflicher Weiterbildung aus.

Existenzgründungsberatung
Im Jahr 2020 hat die Existenzgründungsberatung der WFM 152 Erstberatungsgespräche geführt. Das stellt keine deutliche Verbesserung und Verschlechterung gegenüber den vergangenen fünf Jahren dar. Der Wert lässt auf ein in etwa gleichbleibendes Interesse an der beruflichen Selbstständigkeit schließen. Ein Indiz dafür ist auch die hohe Teilnehmerzahl bei der rein virtuell durchgeführten Existenzgründungswoche im vergangenen Jahr. Für die digital übertragenen Veranstaltungen und Workshops hatte der Ausrichter münster gründet! zirka 1.350 Teilnehmer registriert. Das stellt einen sehr guten Wert vor dem Hintergrund dar, dass dem diesjährigen Angebot ein wesentlicher Baustein – das Netzwerken – fehlte. Zum Vergleich: Insgesamt 1.600 Teilnehmer hatten sich im Jahr 2019 in mehr als 40 Präsenzveranstaltungen auf die Selbstständigkeit vorbereitet.