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Corona-Krise: Finanzielle Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte

Die Corona-Krise mitsamt aller präventiven Maßnahmen belastet Unternehmen und deren Mitarbeiter massiv. Bund und Land bieten Hilfen an. Die Wirtschaftsförderung Münster GmbH informiert und berät zu diesen Leistungen.

Ihre WFM-Ansprechpartner erreichen Sie unter
0251 68642-90 oder per Mail an coronakrise@wfm-muenster.de

 

Online-Seminar-Reihe „Betriebe in Zeiten von Corona“

Antworten auf die drängendsten Fragen bietet eine Online-Seminar-Reihe „Betriebe in Zeiten von Corona“.

Video vom 20. März / Kurzarbeitergeld
Video vom 23. März / Arbeitsrecht
Video vom 24. März / Lieferbeziehungen
Video vom 25. März / Steuerliche Maßnahmen
Video vom 26. März / Liquiditätssicherung (aktualisiert)
Video vom 27. März / Insolvenzrecht
Video vom 07. April / Soforthilfen von Bund und Ländern
Video vom 08. April / Liquiditätssicherung in der Corona-Krise
Video vom 09. April / Unterstützungsmöglichkeiten des Jobcenters


Kurzarbeit

Gelockerte Voraussetzungen bei Beantragung

Unternehmen können unter gelockerten Voraussetzungen Kurzarbeitergeld beantragen. Ansprechpartner ist der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster unter Tel. 0800 4 5555 20. Es gilt:

  • Mindestens zehn Prozent der Beschäftigten haben einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent
  • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet
  • Auch Leiharbeitnehmer in Kurzarbeit werden berücksichtigt.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.
  • Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erstattet anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden durch Bezug zu 100 Prozent
  • Bezug bis zu zwölf Monaten

Alle relevanten Informationen gibt die Arbeitsagentur.

Verdienstausfall

Entschädigung bei Tätigkeitsverbot

Im Falle eines Tätigkeitsverbots (z.B. Quarantäne) wegen des Corona-Virus kann eine Entschädigung für die Fortzahlung von Löhnen und Gehältern beantragt werden. Ein Ansprechpartner ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL/Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster).

Der für Münster zuständige LWL – Landschaftsverband Westfalen-Lippe informiert telefonisch unter 0800 933 6397.

Weitere Informationen zur Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen Quarantäne oder Tätigkeitsverbot und der Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.


Liquiditätssicherung

Finanzielle Soforthilfen für kleine und Solo-Selbstständige

Der Bund hat kleinen Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche sowie Solo-Selbständigen und Angehörigen der Freien Berufe mit bis zu zehn Beschäftigten finanzielle Soforthilfen zugesagt. Das Volumen umfasst bis zu 50 Milliarden Euro. Vorgesehen sind eine Einmalzahlung in Höhe von 9.000 Euro für drei Monate bei bis zu fünf Beschäftigten und eine Einmalzahlung in Höhe bis zu 15.000 Euro für drei Monate bei bis zu zehn Beschäftigten. Achtung: Die Anträge können bis 31. mai gestellt werden.

Der Zuschuss kann genutzt werden, um finanzielle Engpässe, wie z.B. Bankkredite, Leasingraten, Mieten usw., zu bedienen. Soloselbständige im Haupterwerb beziehen ihren Lebensunterhalt aus ihrer selbstständigen Tätigkeit und müssen daher auch ihr eigenes Gehalt erwirtschaften, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sofern der Finanzierungsengpass beim Soloselbstständigen im Haupterwerb dazu führt, dass er sein regelmäßiges Gehalt nicht mehr erwirtschaften kann, sollte ein Antrag auf Grunsicherung (ALG II) gestellt werden. Damit Solo-Selbstständigen, die im März und April keinen Antrag auf Grundsicherung gestellt haben, daraus kein Nachteil entsteht, gewährt die NRW-Landesregierung ihnen für diese Monate einen indirekten Zuschuss von insgesamt 2000 Euro.

Die Landesregierung stockt das Programm noch einmal auf und unterstützt über die NRW-Soforthilfe Unternehmen mit zehn bis 50 Beschäftigten mit 25.000 Euro.
Elektronisches Antragsformular
Landesinformationsportal

Liquiditätssicherung durch Bürgschaften

In NRW stehen die Bürgschaftsbank NRW (bis 2,5 Mio. Euro pro Unternehmen) und das Landesbürgschaftsprogramm (ab 2,5 Mio. Euro) bereit, um Kredite zu besichern. Die Bürgschaftsbank ermöglicht eine 72-Stunden-Expressbürgschaft. Für Kontokorrent-Linien bis 100.000 Euro werden über die Bürgschaftsbank NRW 90-prozentige Bürgschaften in einem Schnellverfahren mit nur einem Tag Bearbeitungszeit angeboten, sobald vom Bundesministerium der Finanzen die Freigabe dafür gekommen ist.

Telefonische Auskunft gibt es unter 02131 5107-200
und im Internet bei der Bürgschaftsbank NRW.

Liquiditätssicherung durch Beteiligungskapital

Der „Mikromezzaninfonds Deutschland“ kann ohne Einschaltung der Hausbank und ohne Sicherheiten stille Beteiligungen eingehen (max. 75.000 Euro). Das Angebot richtet sich an kleine Unternehmen, Gründungen und spezielle Zielgruppen (u.a. Unternehmen, die ausbilden sowie Gründungen aus der Arbeitslosigkeit). Das führt nicht nur zur sofortigen Liquiditätsstärkung, sondern verbessert auch das Rating des Unternehmens und damit seine Kreditwürdigkeit.

Telefonische Auskunft gibt es unter 02131 5107-200
und auch im Internet bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft.

NRW-Bank berät individuell

Die Förderberater der NRW.BANK informieren und beraten individuell und diskret über die Förderinstrumente des Landes. Betroffene Unternehmen sollten sich so früh wie möglich melden, um gezielt und rechtzeitig alle Möglichkeiten ausloten zu können.

Das NRW.BANK-Service-Center informiert unter Tel. 0211 91741 4800.

KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Unternehmen, Selbstständige oder Freiberufler sind durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Deren Überbrückung oder Überwindung kann mit Hilfe eines Förderkredits erfolgreich zustande kommen. Zur Verbesserung der Liquidität bzw. Deckung laufender Kosten bietet die KfW als Förderbank des Bundes verschiedene Kreditformen an. Die Beantragung erfolgt jeweils bei der  Bank oder Sparkasse.

Folgende Alternativen stehen zur Verfügung:

  • KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern
  • KfW-Kredit für Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind
  • KfW-Kredit für junge Unternehmen, die weniger als fünf Jahre am Markt sind.

Zur Orientierung, welche Variante konkret in Betracht kommt, bietet die KfW auf ihrer Webseite einen Förderassistenten, mit dem Schritt für Schritt der passende Kredit ermittelt werden kann. Damit einher geht gleichzeitig auch eine gute Vorbereitung auf das Gespräch mit der Hausbank.

Steuerliche Erleichterungen

Liquiditätsverbesserung durch Stundung

Die Stadt Münster räumt Unternehmen die Möglichkeit zur Verschiebung der fälligen Gewerbesteuerzahlungen bis zum Jahresende 2020 ein. Auf Antrag wird die Stundung zinslos gewährt. Sie kann also ohne zusätzliche Kosten in Anspruch genommen werden. Auch hinsichtlich der Vergnügungssteuer und der Beherbergungssteuer will die Stadt Münster vorhandene Ermessensspielräume maximal ausschöpfen, so dass die lokale Wirtschaft spürbare Entlastung erfährt und Arbeitsplätze gesichert werden können.

Auch die Finanzbehörden verbessern die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung. Insgesamt wird den Unternehmen die Möglichkeit von Steuerstundungen in Milliardenhöhe gewährt. Im Einzelnen gilt:

  • Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert: Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellt. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird.
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Bei Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen in entsprechender Art und Weise entgegenzukommen. Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das bei seiner Zuständigkeit für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer entsprechend verfahren wird.